25. März 2011 08:25 Uhr
So schnell wie in Ägypten werden die Proteste gegen die Regierung in Syrien wohl nicht vorübergehen. Das glaubt Björn Luley, Leiter des Goethe-Instituts in der syrischen Hauptstadt Damaskus. In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" sagt er, die Jugend des Landes sei nach 40 Jahren Diktatur ziemlich entpolitisiert. Und die besser Ausgebildeten hätten vor allem ein Ziel: das Land zu verlassen. Luley vermutet, dass die Geschwindigkeit möglicher Umwälzungen auch durch eine Kerneigenschaft des Regimes von Präsident Baschar al-Assad beeinflusst werden könnte: Es ist säkular. Das heißt: Sein Handeln ist nicht vom Glauben geleitet. Die großen christlichen Minderheiten genießen in Syrien, anders als etwa in Ägypten, Schutz. Das könnte laut Luley ein Hindernis für eine mögliche Revolution darstellen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)