25. März 2011 14:24 Uhr

Japanologe: Berichterstattung über Japan oft voller Klischees

Die Japaner: ein Volk der Disziplin. Diese These ist zur Zeit in der Berichterstattung vieler Medien - mehr oder wenig offensichtlich - zu finden. Die Menschen verfielen trotz der Katastrophen nicht in Panik; viele meldeten sich sogar freiwillig, um bei oft gefährlichen Hilfseinsätzen mit dabei zu sein.

Der Japanologe Wolfgang Seifert, emeritierter Professor an der Universität Heidelberg, hält das für eine sehr einseitige Sichtweise. Im Interview hier bei DRadio Wissen sagte er, zum einen sei es durchaus pragmatisch und im Interesse der Betroffenen, wenn die Menschen Ruhe bewahrten. Darüber hinaus werde das Bild, das die Medien hierzulande von Japan zeichneten, Land und Menschen nicht gerecht. Es ignoriere den Weg Japans in eine moderne Gesellschaft. Klischeehafte Bilder von Geishas und Samurai förderten gängige Stereotype.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)