28. März 2011 08:21 Uhr

Süddeutsche: Wirtschaftswissenschaftler fordern umfassende Atomhaftung

Menschen können nicht verhindern, dass die Erde bebt oder das Wasser steigt - aber sie können sich gegen Schäden versichern.

Die Wirtschaftswissenschaftler Reimund Schwarze und Gert Wagner glauben, gäbe es eine Pflicht, sich gegen Elementarschäden zu versichern, wäre die Welt sicherer. In einem Beitrag in der "Süddeutschen Zeitung" schreiben sie, das bringe nicht nur schnellere Hilfe für Katastrophenopfer, sondern fördere auch die Vorsorge. Hier gebe es Nachholbedarf - auch bei den bestehenden und geplanten Atomkraftwerken in Europa. Viele stünden in erdbebengefährdeten Regionen. Für Schäden müssten die Inhaber zwar aufkommen, allerdings nur bis zu einer Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Der Schaden eines GAUs wäre damit nicht im Ansatz gedeckt.

Die Experten fordern deshalb eine umfassene Absicherung von Kernkraftwerken. Wenn Reaktoren in Erbebenregionen damit "unversicherbar" oder unbezahlbar teuer würden, so sei das entweder hinzunehmen oder durch eine Staatsgarantie transparent zu machen. Derzeit würden aber die ökonomischen Vorteile privatisiert und die Risiken sozialisiert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)