28. März 2011 14:21 Uhr

Hintergrund: Partielle Kernschmelze

Nach Einschätzung der japanischen Regierung hat es im Atomkraftwerk Fukushima eine teilweise Kernschmelze gegeben. Was ist das, und wie unterscheidet sie sich von einer totalen Kernschmelze?

Bei einer Kernschmelze werden die Brennstäbe eines Atomreaktors so heiß, das sie schmelzen. Das kann durch die sogenannte Nachzerfallswärme passieren. Die gesteuerte Kettenreaktion in den Brennelementen hat dann schon aufgehört, aber die Spaltprodukte zerfallen noch weiter und setzen dabei Wärme frei. Wenn die Wärme nicht durch ein Kühlsystem abgeführt wird, schmelzen die Brennelemente.

Bei einer totalen Kernschmelze schmelzen die Brennstäbe komplett. Die Hüllrohre, in denen sich das radioaktive Material befindet, geben nach, und die heiße Masse fließt nach unten. Im schlimmsten Fall frisst sie sich bis zum Erdreich unter dem Kraftwerk durch und gelangt so in die Umwelt.

Bei einer partiellen oder teilweisen Kernschmelze schmilzt nur ein Teil der Brennstäbe. Der Reaktorkern bleibt dabei noch weitgehend intakt. Das zum Teil geschmolzene Material der Brennstäbe wird von der Hülle des Reaktordruckbehälters aufgehalten und gelangt nicht nach außen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)