30. März 2011 08:28 Uhr

Die Schilddrüse beeinflusst das Farbsehen

Die Schilddrüse ist für die Produktion von Hormonen zuständig. Versuche an Ratten und Mäusen haben gezeigt, dass der Mangel an einem bestimmten Schilddrüsen-Hormon das Wachstum der Sehpigmente im Auge stört - und zwar auch bei erwachsenen Tieren, von denen bisher angenommen wurde, dass sich ihr Farbsehen nicht mehr ändern kann. Wie Hirnforscher aus Deutschland in einem Fachmagazin ("Journal of Neuroscience") berichten, entsteht dann nur noch eine bestimmte Art von Sehnervenzellen. Dadurch wird die Farbe blau intensiver wahrgenommen, grün dagegen weniger gut. Wird der Hormonmangel wieder behoben - etwa durch Medikamentengabe - normalisert sich auch die Farbwahrnehmung der Tiere wieder.

Weil die Schilddrüsenhormone beim Menschen auf ganz ähnliche Weise funktionieren, kann sich laut den Forschern auch hier die Farbwahrnehmung durch einen Hormonmangel ändern. Weil ein solcher Mangel aber auch noch andere gravierende Folgen hat, wird er immer möglichst schnell wieder ausgeglichen. Daher waren solche Effekte am Menschen bislang nicht zu beobachten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)