31. März 2011 10:24 Uhr
Eine Gesetzesänderung könnte Leben retten. Davon sind Forscher der Johns Hopkins Universität in den USA überzeugt. Nach der Auswertung von Daten zu Sterberaten von HIV-Patienten und der Qualität ihrer Organe fordern sie, zu erlauben, dass die Organe transplantiert werden dürfen - an Menschen, die ebenfalls mit dem Virus infiziert sind. Sie sind besonders anfällig für Nieren- oder Leberschäden, weil die Anti-HIV-Medikamente diesen Organen besonders stark zusetzen. Die Wissenschaftler verweisen darauf, dass pro Jahr etwa ebenso viele Viruspatienten mit transplantationsgeeigneten Organen sterben wie Organe von HIV-Patienten benötigt würden - und eine solche Transplantationspraxis etwa in Südafrika bereits gut funktioniere.
Skeptiker geben zu bedenken, dass in einem solchen Fall die Sicherheitsvorkehrungen während der Behandlung stark erhöht werden müssten. Außerdem sei darauf zu achten, dass der Empfänger nicht mit dem neuen Organ einen aggressiveren Virus-Stamm bekomme.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)