1. April 2011 06:21 Uhr

Sensorgesteuerte Wasserhähne sind stärker von Keimen befallen

Eigentlich sollen sie vor Krankheiten schützen: Sensor-gesteuerte Wasserhähne. Weil man sie nicht mehr anfassen muss, können Bakterien auch nicht direkt übertragen werden. US-Wissenschaftler fanden jetzt aber heraus: Gerade in diesen Wasserhähnen fühlen sich Keime besonders wohl. Die Forscher der Johns Hopkins Universität in Baltimore untersuchten Wasserproben einer großen Uniklinik. Dabei zeigte sich: Fünfzig Prozent der Proben aus den elektronischen Wasserhahnsystemen waren mit Legionellen verseucht. Bei den manuellen Armaturen waren es 15 Prozent. Legionellen sind die Erreger der Legionärskrankheit, die vor allem die Lunge befallen. Den Grund für die Verunreinigung kennen die Wissenschaftler noch nicht. Sie vermuten, dass der Aufbau der sensor- gesteuerten Hähne Schuld ist: Die Hähne enthalten sehr viel mehr Schalter, Ventile und andere Komponenten als herkömmliche Armaturen. Durch die vergrößerte innere Oberfläche könnte das Bakterienwachstum möglicherweise gefördert werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)