1. April 2011 16:51 Uhr
In vielen arabischen Ländern finden derzeit politische Umbrüche statt. Oft ist dabei von den "Stammesstrukturen" in der Bevölkerung die Rede. Dazu sagte hier bei Dradio Wissen der Politikwissenschaftler und Journalist Carsten Wieland, der ständige westliche Blick auf die "Stämme" sei "sehr kurz gegriffen". Zudem enthalte der Begriff eine negative Konnotation - man denke dabei an Klischees wie "Barfüße, Buschmesser und Strohdächer". In der Wissenschaft spreche man daher heute eher von "Ethnien".
Außerdem impliziere der Begriff einen undemokratischen Aufbau. Dabei sei es nicht unbedingt so, dass es einen Stammesführer gebe, dem alle folgen. Vielmehr existierten auch sehr demokratische Strukturen. Dann setzen sich zum Beispiel alle Bewohner eines Dorfes zusammen und suchten nach Lösungen für Probleme.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)