5. April 2011 09:21 Uhr

Atomkraft: "SZ" über deutsche Angst und französische Naivität

Und wenn mein Bett auf dem Dach eines Atomkraftwerks stünde - ich könnte trotzdem schlafen. Diesen Spruch hat die französische Autorin Pascale Hugues gern mal gesagt, als sie nach Deutschland gezogen ist.

In der "Süddeutschen Zeitung" erklärt sie die Unterschiede der beiden Länder in ihrer Haltung zur Atomkraft. Ende der 70er Jahre hätten die französischen Kernkraftwerke in den Kolonien gelegen - weit weg und die Zierde der französischen Technologie.

Tschernobyl 1986 - da hätten die Franzosen das naive Gefühl gehabt, das gehe sie nichts an. Die radioaktive Wolke werde schon am Rhein stoppen.

Die Katastrophe von Fukushima aber ändere die Einstellung zu den knapp 60 Atomkraftwerken des Landes ällmählich. Vor kurzem habe die Vorsitzende der Sozialisten, Martine Aubry, gesagt: "Ich glaube, man muss aus der Kernkraftnutzung aussteigen!" Trotz der Einschränkung "innerhalb von 25 bis 30 Jahren" ist das für die Autorin eine Revolution.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)