6. April 2011 11:34 Uhr

Blick ins Lexikon: "stalking horse"

Im Englischen steht die Redewendung für "Vorwand", "Strohmann" oder "Deckmantel". Besonders häufig wird sie im Bereich der Wirtschaft verwendet. Ein "stalking horse offer" bezeichnet im Rahmen einer Auktion ein Gebot, mit dem der Markt getestet werden soll. Bieter und Verkäufer einigen sich vorab auf ein Erstangebot, das Konkurrenten mit höheren Geboten anlocken soll. Der Bieter bekommt eine Provision, um Mitbieter gegebenenfalls toppen zu können.

Ein aktuelles Beispiel für ein "stalking-horse"-Verfahren ist ein Deal zwischen dem Konkurs gegangenen Mobilfunkanbieter Nortel und Google. Beide haben sich auf ein Erstgebot für 6.000 Patente von Nortel geeinigt. Bei der Auktion im Juni wollen sie zunächst abwarten, ob andere Mobilfunkanbieter noch mehr Geld für die Rechte ausgeben würden. Sollte sich kein weiterer Bieter finden, entscheiden die Konkursbehörden, ob sie das Gebot annehmen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)