8. April 2011 11:52 Uhr
Unordnung behindert das friedliche Miteinander.
Diesen Schluss ziehen zwei niederländische Forscher im Fachmagazin "Science" aus verschiedenen Experimenten - unter anderem aus einem, das sie am Utrechter Hauptbahnhof durchgeführt haben. Während eines Müllstreiks sollten Probanden Fragebögen zu Homosexuellen und Muslimen ausfüllen und sich anschließend auf einen Stuhl in einer Reihe setzen. Auf dem ersten Stuhl saß bereits ein dunkelhäutiger oder weißer junger Mann. Eine Woche später wiederholten die Wissenschaftler die Feldstudie auf dem nun sauberen Bahnhof. Ihren Angaben zufolge hielten die Probanden während des Müllstreiks mehr Abstand zu dem dunkelhäutigen Mann. Auch in den Fragebögen hätten sich mehr Vorurteile gezeigt.
Als Gründe für das Verhalten sehen die Forscher den Wunsch des Menschen, sich aus der Unordnung zu befreien und ihre Umgebung klar zu strukturieren. Deshalb neige man dazu, Personen in einfache Kategorien einzuordnen. Vorurteile würden dabei wie eine Art Ventil wirken, über das man Druck ablassen könne.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)