8. April 2011 13:56 Uhr

Bakterium manipuliert Fortpflanzung bei der Weißen Fliege

Die Weiße Fliege gehört weltweit zu den gefährlichsten Schädlingen, die Landwirte kennen. Die Insekten aus der Familie der Mottenschildläuse ernähren sich von Pflanzensaft und können ganze Ernten zerstören. Im Südwesten der USA haben sich die Schädlinge nun mit einem Bakterium zusammengetan, das sie anscheinend noch gefährlicher macht. Rickettsia bellii war das erste mal vor sechs Jahren bei Weißen Fliegen in den USA gefunden worden. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Zahl der infizierten Insekten dramatisch erhöht. Ein internationales Forscherteam hat nun herausgefunden, dass das Bakterium als Symbiont in den Weißen Fliegen lebt und deren Fortpflanzungsapparat manipuliert. Im Fachmagazin "Science" schreiben sie, betroffene Insekten produzierten mehr Nachwuchs mit besseren Überlebenschancen als normale Artgenossen. Zudem steige die Anzahl der weiblichen Fliegen signifikant.

Mit genaueren Erkenntnissen darüber, wie das Bakterium das macht, könnten den Forschern zufolge bald neue Schädlingsbekämpfungsmittel entwickelt werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)