11. April 2011 13:57 Uhr
Kaum ist das Burkaverbot in Frankreich in Kraft, da haben die ersten Frauen auch schon Ärger mit der Polizei. In Paris wurden zwei Musliminnen mit Gesichtsschleier vorübergehend festgenommen und befragt. Allerdings nicht in erster Linie wegen ihres Nikab, sondern weil sie gegen das Burkaverbot demonstrieren wollten, ohne das vorher angemeldet zu haben. Das ist in Frankreich verboten. Eine andere Muslimin will wegen des Burkaverbots vor Gericht ziehen. Genauer: vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Und nach Ansicht des Juristen und Islamwissenschaftlers Mathias Rohe hat sie auch gute Aussicht auf Erfolg. Im "Deutschlandradio Kultur" sagte er, er halte das Burkaverbot für ein Zeichen von politischem Aktivismus. Ein Mann, der seine Frau zum Tragen der Burka zwingt, habe in Frankreich auch schon vorher rechtlich belangt werden können.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)