13. April 2011 16:23 Uhr

Japan plant Gartenstädte 'nach deutschem Vorbild'

Die Dörfer rund um das Kraftwerk Fukushima werden wohl in den nächsten 20 Jahren unbewohnbar bleiben.

Das hat Japans Ministerpräsident Naoto Kan eingeräumt. Ein Sonderberater der Regierung schlägt nun vor, als Ersatz "Gartenstädte nach deutschem Vorbild" zu bauen. Was meint er damit?

Das Konzept der Gartenstadt wurde eigentlich Ende des 19. Jahrhunderts in England geboren. Im Zuge der Industrialisierung waren die Großstädte dort unkontrolliert gewachsen. Es drohte die Bildung von Slums. Deshalb schlug der Brite Ebenezer Howard 1898 vor, im Umland der großen Städte neue Siedlungen zu bauen - nach Plan und mit viel Grün: Der Beginn der Gartenstadt-Bewegung.

1902 gründete sich in Berlin die Deutsche Gartenstadt- Gesellschaft. Sie verfolgte sozialreformerische Ziele: Gesunden Wohnraum zu schaffen, der der Gemeinschaft gehört, um Bodenspekulationen zu verhindern. Hellerau vor den Toren Dresdens war die erste Gartenstadt in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Bewegung weitgehend zum Erliegen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)