14. April 2011 11:51 Uhr

Blick ins Lexikon: Präimplantationsdiagnostik

Bei unserem täglichen Blick ins Lexikon wollen wir heute wissen, was genau die Präimplantationsdiagnostik - kurz PID - ist und wie sie funktioniert. Unter PID versteht man die genetische Untersuchung eines Embryos, bevor er in die Gebärmutter eingesetzt, also implantiert, wird. Das Verfahren ist daher nur bei Embryonen möglich, die durch künstliche Befruchtung, sozusagen im Reagenzglas, entstanden sind.

Einige Tage nach der Befruchtung werden Zellen des Embryos entnommen. Dann wird das Genom des Embryos auf Genmutationen oder Chromosom-Anomalien untersucht. Was genau untersucht wird, hängt von dem betreffenden Elternpaar ab. Es wird kein kompletter Test auf alle bekannten Erbkrankheiten gemacht. Nur, wenn die Eltern selbst eine vererbbare Krankheit oder Behinderung haben, wird der Embryo auf genau diese Krankheit hin untersucht.

Das erste im Reagenzglas gezeugte Kind, das einer PID unterzogen wurde, kam 1990 in den USA zur Welt. In den Mitgliedsstaaten der EU ist die Rechtslage sehr unterschiedlich. In Deutschland war die PID nach gängiger Rechtsinterpretation bisher verboten. Der Bundesgerichtshof hatte die PID im vergangenen Juli jedoch in bestimmten Fällen für zulässig erklärt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)