15. April 2011 08:47 Uhr
Die Revolte werde ohne Islamisten durchgeführt, weil deren Themen nicht der Meinung der jungen Menschen entsprächen. Das meint der marrokanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun. Im Interview mit dem Deutschlandfunk sagte er, Demokratie bedeute, dass sich alle einbringen könnten, auch die Islamisten. Aber sie könnten den anderen eben keine islamistische Moral aufzwingen. Das sei für sie ein Misserfolg.
In dem Gespräch blickt Ben Jelloun auch in die Geschichte zurück: Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi sei bei der Ausbildung seiner Folterknechte tatkräftig von der DDR unterstützt worden. Es sei bekannt gewesen, dass das sozialistische Land über hochentwickelte Verhörmethoden und Folterpraktiken verfügt habe. Die DDR habe auch gute Verbindungen zu Ägypten und zum Regime von Saddam Hussein im Irak unterhalten. - Von Ben Jelloun erscheint demnächst das Buch "Arabischer Frühling - Vom Wiedererlangen der arabischen Würde".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)