15. April 2011 09:52 Uhr
"Der Mensch ist zu schwach für Kapitalismus und Globalisierung." Das sagt der Psychoanalytiker und bekannte Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer in der "Süddeutschen Zeitung". Er meint: In einer unüberschaubaren Welt sei Geld das zentrale Mittel, um Ängste in den Griff zu bekommen. Die Menschen suchten im Geld Zuflucht: Je mehr sie davon hätten, desto größer sei die gefühlte Sicherheit.
Laut Schmidbauer ist Geld vor allem deshalb so überzeugend, weil es weniger kompliziert ist als beispielsweise Religion oder Familie. Die gekaufte Sicherheit sei aber trügerisch: Wenn jemand beispielsweise einen gutbezahlten Job annehme, den er nicht gerne mache, gebe er sich einer Illusion hin. Nämlich der, irgendwann genug Geld zu haben, nicht mehr arbeiten zu müssen - und dann glücklich zu sein.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)