15. April 2011 11:37 Uhr

Blick ins Lexikon: Jünger der Schwarzen Kunst

Im Lexikon schlagen wird heute unter J nach, unter "Jünger der Schwarzen Kunst". Damit sind nicht etwa Anhänger von Hexerei und Zauberei gemeint. So durften sich früher Buchdrucker nach ihrer bestandenen Abschlussprüfung nennen. Bevor Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert den Druck mit beweglichen Lettern erfand, mussten die Buchdrucker die einzelnen Buchstaben aus Holz schnitzen und dann mit der schwarzen Druckerfarbe auf Papier abbilden. Später wurde stattdessen ein Schriftsatz als Druckvorlage erstellt.

Bevor sich ein Buchdrucker Jünger der Schwarzen Kunst nennen durfte, musste er eine Zeremonie über sich ergehen lassen, bei der er in einer Wanne voll Wasser untergetaucht wurde oder auf einem Schwamm sitzen musste. Das Ritual sollte an das Schöpfen von Papier erinnern. Die Herstellung von Papier wiederum bezeichnet man oft als weiße Kunst.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)