15. April 2011 12:57 Uhr

Lehrbuchphysik widerlegt: Warum das Fahrrad nicht so leicht umfällt

Ein Fahrrad kann auch ohne Radler ein gutes Stück rollen, ohne umzufallen. Der Grund: Es fährt von alleine in die Richtung, in die es zu fallen droht. Kippt es zur Seite, dreht das Vorderrad sich so, dass es sich dadurch wieder aufrichtet. Seit 100 Jahren glaubten Wissenschaftler, die Gründe dafür genau zu kennen. Nun haben Forscher in einer Studie im Fachblatt "Science" die bisherige These widerlegt.

Bisher wurden als Ursache zwei Kräfte genannt. Zum Einen versuchten die rotierenden Räder - wie ein Kreisel - ihre Drehachse beizubehalten. Zum Anderen befände sich der Lenker hinter dem Punkt, an dem das Vorderrad den Boden berührt und übe so eine Kraft auf das Rad aus.

Wissenschaftler der niederländischen Universität Delft haben nun ein Rad gebaut, bei dem sie beide Faktoren ausgeschaltet haben. Und siehe da: Es fährt trotzdem stabil. Als Hauptgrund dafür haben die Forscher die Masseverteilung der Fahrradteile ausgemacht. Vor allem der Schwerpunkt des Lenkers sei entscheidend. Der Lenker müsse schneller reagieren können, als der Rest des Rads, um die Fahrt stabilisieren zu können. Die Erkenntnisse ermöglichen laut den Autoren neue Bauweisen in der Fahrradindustrie.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)