19. April 2011 17:06 Uhr
"Wer morgens ins Büro muss, verbringt die Nacht nicht im Wald." Das sagt der Berliner Protestforscher Dieter Rucht und erklärt damit, warum Studenten oft härtere und riskantere Proteste auf die Beine stellen als andere Bevölkerungsgruppen. Studenten hätten schlicht mehr Zeit als berufstätige Menschen. Rucht sagte im Interview mit "Zeit Campus", Studenten protestierten weniger für klientelgebundene Themen wie Milchpreise. Für den Weltfrieden oder gegen die Globalisierung engagierten sie sich aber sehr wohl. Studenten stellen Rucht zufolge eher Forderungen auf, die nicht sie selbst, sondern die Allgemeinheit oder Randgruppen betreffen.
Einen Grund dafür sieht der Soziologe im Lese- und Reiseverhalten Studierender. Sie hätten in der Regel einen erweiterten Horizont.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)