21. April 2011 09:22 Uhr
"Mit der Verhaftungswelle in China soll ein Exempel statuiert werden." Das sagte der Chinaforscher Helwig Schmidt-Glintzer der Nachrichtenagentur dpa. Die jüngsten Festnahmen des Künstlers Ai Weiwei und vieler anderer Regimekritiker betrachtet er als innenpolitisches Signal, das auf die instabile politische Lage im Land zurückzuführen sei. In China herrschten latente Unzufriedenheit und große Protestbereitschaft. Als Gründe dafür nennt Schmidt-Glintzer den wachsenden Unterschied zwischen Arm und Reich sowie die schlechten Arbeitsbedingungen. Außerdem ege sich auch Protest gegen Korruption und wachsende Umweltprobleme. Seit Ende Februar sind etwa 25 Dissidenten verschwunden oder wurden verhaftet, zum Teil mit Familienangehörigen. Der Konzeptkünstler und Bildhauer Ai Weiwei ist seit Anfang April an einem unbekannten Ort in Haft. Zwei prominente Menschenrechtsanwälte waren gestern freigelassen worden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)