26. April 2011 08:23 Uhr

Chronologie des Tschernobyl-Unglücks

Es sollte eine Notfallübung sein, doch sie entwickelte sich zum bislang schlimmsten Atomunglück der Welt.

Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor 4 des "Tschernobyler Kernkraftwerk Wladimir Iljitsch Lenin". Vorausgegangen war eine Notfallübung. Sie begann einen Tag vor der Katastrophe. Techniker wollten testen, ob die Turbinen im Reaktor bei einem Ausfall noch ausreichend Elektrizität produzieren, bis die Notstromaggregatoren anspringen. Dafür schalteten sie unter anderem verschiedene Warnsignale und das Notkühlsystem ab. Wahrscheinlich war es eine Verkettung von Konstruktions- und Bedienungsfehlern, die letztlich dazu führte, dass das Experiment außer Kontrolle geriet. Um 1 Uhr 23 am 26. April kommt es zur nuklearen Kettenreaktion und Kernschmelze.

Der Reaktor explodiert, große Mengen radioaktiver Stoffe werden in die Umwelt geschleudert. Die Kraft ist so groß, dass die Partikel auch obere Luftschichten erreichen. Die radio- aktive Wolke zieht hunderte und tausende Kilometer weit. Regen bringt die Partikel - unter anderem Jod-131 und Cäsium-137 - auf den Boden.

Eine minutengenaue Chronologie des Tschernobyl-Unglücks in der Ärztezeitung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)