27. April 2011 13:54 Uhr
Was ist wichtiger: Wirtschaftliche Interessen oder das Recht von Ureinwohnern auf ihre traditionelle Lebensweise?
Mit dieser Frage musste sich der Oberste Gerichtshof in Schweden befassen - und hat zugunsten der Ureinwohner entschieden. Es ging um einen 20 Jahre währenden Streit zwischen gut 100 Waldbesitzern und den Samen, einem indigenden Volk im Norden Skandinaviens. Viele von ihnen leben von der Rentierwirtschaft. Das Problem: Rentiere sind nur halbdomestiziert. Das heißt, die Herden folgen wie ihre wilden Vorfahren Wanderrouten und machen dabei vor Privatwäldern nicht halt. Das wollten die Waldbesitzer nicht hinnehmen - ihrer Ansicht nach zerstören die Herden junge Bäume und verursachen so hohe Kosten.
Nach der Entscheidung der Richter dürfen die vor Gericht gezogenen Samen ihre Rentierherden nun weiter frei herumlaufen lassen. Zur Begründung heißt es, sie hätten schon Ende des 19. Jahrhunderts von der Rentierwirtschaft gelebt. Damit sei diese Praxis uralt und ihr Recht darauf sei ungeschriebenes Gesetz.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)