29. April 2011 08:22 Uhr

Politikwissenschaftler: Deutsche Zurückhaltung in Libyen ist falsch

Darf das Ausland militärisch in Libyen eingreifen? Der Politikwissenschaftler Harald Müller findet: Ja. In einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" schreibt er, die Zurückhaltung Deutschlands im Fall Libyen sei falsch. Wenn es je eine humanitäre Intervention mit UNO-Mandat gegeben habe, die legal und legitim sei, dann diese. In Libyen habe ein Massenmord mit offizieller Ansage bevorgestanden. Verschärfte Sanktionen, wie sie die deutsche Regierung vorgeschlagen habe, könnten in diesem Fall nicht helfen.

Müller meint, die deutsche Entscheidung gegen eine militärische Beteiligung in Libyen sei ein moralischer und politischer Fehler. So erlange man keinen weltpolitischen Fortschritt - und auch keinen Dauersitz im UNO-Sicherheitsrat.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)