2. Mai 2011 08:23 Uhr

Migrationsforscher Sigona: Bilder aus Lampedusa sind relativ

"Die Bilder, die uns aus Lampedusa erreichen, sind sehr relativ."

So äußerte sich der Migrationsforscher Nando Sigona von der Universität Oxford. In einem Interview mit dem "fluter" kritisiert er, wie europäische Politiker die Angst vor der Welle von Flüchtlingen schürten. Der "humane Tsunami", wie Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Flüchtlingswelle nenne, sei eine missratene Metapher. Tatsächlich seien die Bilder relativ. So sei Lampedusa zum Beispiel winzig. Dort lebten 5.000 Menschen, wenn dann 20.000 Flüchtlinge auf einmal kämen, sehe das einer Invasion ähnlich.

Die EU-Mitgliedsstaaten, so Sigona weiter, sollten über eine gemeinsame Strategie beraten. Denn noch zeige das Krisenmanagment der EU - besonders mit Blick auf Libyen - wieder einmal, wie unfähig die EU sei, eine gemeinsame Strategie auf den Tisch zu bringen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)