3. Mai 2011 07:37 Uhr

"Süddeutsche Zeitung" über die Rolle von Bildern toter Erzfeinde

Noch wartet die Welt auf ein Bild vom toten Osama Bin Laden. Zwar tauchte gestern im Internet bereits eines auf, das stellte sich aber als Fälschung heraus. In den vergangenen Jahrzehnten wurden aber immer wieder Bilder von toten Erzfeinden veröffentlicht - auch, um zu beweisen, dass sie wirklich tot sind. Die "Süddeutsche Zeitung" zeigt den Widerspruch auf zwischen der Tatsache, dass man einerseits die Leichen der Erzfeinde zeigen und sehen wolle, ihnen andererseits aber keinen Ort geben wolle, an dem man sie anschließend vermuten muss - also zum Beispiel ein Grab. Und das, obwohl die Toten in allen drei großen Religionen Christentum, Judentum und Islam im Bewusstsein unter uns blieben - an einem Ort, an dem man sie besuchen könne. Ein solches Grab hat Osama Bin Laden wohl nicht bekommen, er wurde nach US-Angaben auf See bestattet - entgegen der islamischen Tradition. Wahrscheinlich, so vermutet die SZ, wollten die Amerikaner auf diese Weise vermeiden, einen Wallfahrtsort für Osama Bin Laden als Märtyrer zu schaffen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)