3. Mai 2011 11:50 Uhr
Der Tod des Täters bedeutet für die Hinterbliebenen von Opfern nicht das Ende der Trauer. Darauf hat eine Trauer-Forscherin von der amerikanischen Universität von Minnesota hingewiesen. Anlass ist der Tod des Terroristenführers Osama Bin Laden. Der löse bei den Angehörigen von Opfern der Terroranschläge vom 11. September eher ambivalente Gefühle aus. Für sie wäre wichtiger, wenn sie ihre verlorenen Angehörigen beerdigen könnten. Allerdings waren bei den Anschlägen viele Leichen verbrannt oder konnten nicht identifiziert werden. Deswegen hätten die Trauernden keinen Ort, wo sie hingehen könnten. Die Sozialwissenschaftlerin Pauline Boss von der Universität von Minnesota nennt das "ambiguous loss", übersetzt etwa soviel wie "ungewisser Verlust". Nach den Terroranschlägen war Boss am eingestürzten World Trade Center in New York, um Menschen dort zu betreuen. Sie sagt jetzt, auch mit dem Tod Osama Bin Ladens würden diese Menschen weiter trauern. Man solle Rücksicht nehmen, wenn diese Menschen jetzt nicht in Jubel ausbrächen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)