12. Mai 2011 06:22 Uhr

Piratenbild von Klischees geprägt

Der Grundtrick der Piraterie ist die Verkleidung. Das sagte der Historiker Michael Kempe in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Kempe erklärte, Piraten seien bunt-kostümierte Hüllen, in die man alles hineinprojizieren könne. So zum Beispiel Dinge wie Abenteuer, Poesie oder das Aussteigen aus der Gesellschaft. Der eigentliche Pirat sei deshalb nicht derjenige im Kostüm, sondern das Kostüm selbst.

Kempe gibt an der Universität Konstanz ein Seminar zum Thema "Der Pirat als Popstar". Somit interessiert er sich auch für das Piratenbild, das im Hollywoodkino geprägt wird. Er erklärte, es stamme aus der Zeit der Karibik-Piraterie, die im 17. und 18. Jahrhundert auftrat. In Filmen wie "Fluch der Karibik" sehe er Klischees bestätigt, wie das der Augenklappe und dem Papagei auf der Schulter. Diese Bilder gingen auf Reiseberichte aus der Zeit zurück und hätten unser kollektives Gedächtnis vom historischen Piraten geprägt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)