12. Mai 2011 09:22 Uhr

Historiker: Parallelen zwischen Schuldenkrisen in Lateinamerika und Europa

Es gebe eine offensichtliche Parallele zwischen der aktuellen Krise in Europa und der Schuldenkrise Lateinamerikas in den 80er Jahren. Das schreibt der Historiker Harold James im "Handelsblatt". Er ist Professor für Geschichte an der Universität in Princeton.

1982 habe Mexiko kurz vor dem Staatsbankrott gestanden. Weitere große Schuldnerländer seien gefolgt, insbesondere Argentinien und Brasilien. Es habe ein Zusammenbruch der Banken und eine weltweite Krise gedroht. Gelöst worden sei das Problem erst nach einigen Jahren durch den Plan des damaligen US-Finanzministers Nicholas Brady, der die Banken stärker forderte. Ihnen seien im Gegenzug für Umstrukturierungen niedrigere Zinssätze für ihre Schulden angeboten worden. Dadurch sei das Vertrauen zurückgekommen und die Kapitalmärkte hätten wieder Finanzierungsgelder zur Verfügung gestellt.

James meint allerdings, der Brady-Plan lasse sich nicht so einfach auf die europäischen Staaten übertragen. Dazu fehlten derzeit zum Beispiel genug starke Banken, die Gelder zur Verfügung stellen könnten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)