12. Mai 2011 09:53 Uhr
Prinzipiell gibt es in anderen Kulturen andere Krankheitsbilder. Das sagt der Berliner Arzt Guido Pliska in der "Süddeutschen Zeitung" über psychische Erkrankungen. Er behandelt in seiner Kreuzberger Klinik viele Migranten. Für ein kulturell geprägtes Krankheitsbild nennt er ein Beispiel: In Asien gebe es etwa die Angst, dass die Genitalien schrumpfen und sich in den Körper zurückziehen könnten.
Pliska meint, generell gebe es in allen Kulturen die großen psychiatrischen Krankheitsbilder wie Schizophrenie und Depression. Die Symptome würden allerdings von den Menschen unterschiedlich erlebt. In Indien berichteten Schizophrene beispielsweise häufiger über optische Halluzinationen - bei uns werde so etwas mit einem Alkoholentzugs-Delirium in Verbindung gebracht. Depressionen könnten widerum in anderen Ländern mit Wahnsymptomen einhergehen. Patienten erklärten, sie hätten eine Schlange im Bauch, die sie auffresse. Dabei denke man hierzulande eher an Schizophrenie. Bei der Diagnose bestehe also Verwechslungsgefahr.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)