12. Mai 2011 15:21 Uhr

"Grauenhaft": Analyse von Liedtexten beim Eurovision Song Contest

Vielleicht sollte man bei Liedern besser nicht auf den Text hören.

Zumindest nicht bei den diesjährigen Beiträgen des Eurovision Song Contests. Die Wochenzeitung "Die ZEIT" hat die Songs analysiert und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis. Die eingereichte Liebeslyrik sei grauenhaft, die Lieddichter wollten überhaupt keine Geschichten mehr erzählen. Viele Komponisten hätten Buchstabengebilde gebaut, die nichts bedeuteten - "da da dam" oder "chaka chaka".

Lenas Beitrag weise immerhin zarte Ansätze von Komplexität auf. Trotzdem tue auch ihrem Song eine Übersetzung nicht gut, findet die "ZEIT". So laute der letzte Satz im Refrain: "Führ mich aufs Eis, und dreh mich im Kreis."

Bei Masen Abou-Dakn, Dozent an der Mannheimer Pop-Akademie, kommt Lenas "Taken By A Stranger" dagegen ganz gut an. Der Hörer bleibe hängen. Und was im Text der Strophen stehe, interessiere sowieso keinen mehr. Sein Fazit: Komponieren für den Song Contest sei so ähnlich, wie für die Bild-Zeitung Schlagzeilen zu entwerfen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)