12. Mai 2011 16:52 Uhr
Warum beschäftigen sich Wirtschaftswissenschaftler mit überhöhten Taxipreisen?
Für die Ökonomen ist das Taxifahren ein Beispiel für sogenannte Vertrauensgüter - also Güter, bei denen der Kunde die Qualität auch im Nachhinein nicht beurteilen kann. Ähnlich ist es übrigens auch beim Arzt oder in der Autowerkstatt.
In einer Studie für das Institut zur Zukunft der Arbeit hat ein Forscherteam drei Versuchpersonen auf Testfahrten in Athener Taxis geschickt - einer gab sich als Einheimischer aus, ein zweiter als ortsfremder Grieche, der dritte sprach nur Englisch. Das Ergebnis: Beim "Ausländer" fuhren die Taxifahrer mehr Umwege und stellten höhere Preise in Rechnung. Auch beim ortsfremden Landsmann gab es Aufschläge, wenn auch kleinere.
Für die Forscher ein typischer Fall der Nachteile von Vertrauensgütern - denn der Informationsvorsprung der Anbieter gegenüber dem Kunden sei ein Anreiz zu opportunistischem Verhalten. Die Wissenschaftler haben auch lebensnahe Tipps parat: sich vorher über die gängigen Fahrpreise zu informieren - oder zumindest die eigene Unkenntnis nicht ungefragt zu offenbaren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)