19. Mai 2011 12:59 Uhr

Daimler wegen Menschenrechtsverbrechen vor Gericht?

Der Automobil-Konzern "Daimler" wird mitverantwortlich gemacht für schwere Menschenrechtsverbrechen in Argentinien. Ehemalige Mitarbeiter und deren Angehörige verklagen das Unternehmen wegen Verschleppung, Folter und Mord. In den 1970er Jahren soll Daimler mehrere unbequeme Arbeitnehmer-Vertreter an die Militärdiktatur ausgeliefert haben, um einen Streik zu beenden. So lautet der Vorwurf. Einige der Kläger sagen, sie seien selbst Opfer gewesen, andere Menschen seien nie mehr aufgetaucht und vermutlich ermordet worden.

Ein US-amerikanisches Bezirksgericht hatte die Klage vor vier Jahren abgewiesen und angegeben, nicht zuständig zu sein. Die entsprechende Berufungskammer in Kalifornien hat nun entschieden, dass die Klage von 22 Argentiniern doch zulässig ist. Schließlich verkaufe Damiler viele seiner Autos in den USA. Folglich falle die Angelegenheit unter die US-Gerichtsbarkeit. Der Autokonzern müsse nun damit rechnen, dass der Vorwurf der Zusammenarbeit mit der Militärdiktatur in Argentinien vor ein US-Gericht kommt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)