20. Mai 2011 08:22 Uhr
Unser Blick zurück in die Geschichte. Heute vor fünf Jahren, am 20. Mai 2006, eröffnete China den Drei-Schluchten-Damm. Er staut das Wasser des Flusses Jangtsekiang auf einer Länge von mehr als 600 Kilometern. Damit ist der Stausee oberhalb der Stadt Yichang zwar nicht der größte der Welt, wohl aber das dazugehörige Wasserkraftwerk.
Die Idee zu einer Talsperre, um den häufig Hochwasser führenden Jangtsekiang zu bändigen, existierte schon seit Jahrzehnten. 1993 begannen schließlich die Bauarbeiten. Für das Großprojekt wurden Millionen Menschen zwangsumgesiedelt - häufig ohne die versprochene Entschädigung. Gegner des Projekts wurden verfolgt.
Laut chinesischer Führung soll der Damm tatsächlich besser vor Hochwasser schützen. Kritiker sagen jedoch, dass er in einem erdbebengefährdeten Gebiet liege - bei einem Bruch des Damms gebe es so noch mehr Opfer. Ökologen kritisieren zudem, dass die Staumauer Fluss-Schlamm zurückhalte, der früher wichtige Nährstoffe auf die Felder schwemmte.
Der deutsche Name "Jangtsekiang" bezeichnet im Chinesischen eigentlich nur den letzten Teil des Flusses, bevor er nördlich von Schanghai ins Ostchinesische Meer mündet. Die offizielle chinesische Bezeichnung ist "Chang Jiang", übersetzt "langer Fluss". Mit 6.380 Kilometern ist er der längste Fluss Chinas und auch Asiens. Nach Nil und Amazonas liegt der Jangtsekiang auf Platz 3 der längsten Ströme der Welt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)