23. Mai 2011 07:58 Uhr
Es hat symbolische Bedeutung, dass US-Präsident Barack Obama Deutschland auf seiner Europa-Reise nicht besucht. Das sagte Constanze Stelzenmüller, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Friedensstiftung, in der "Frankfurter Rundschau". Die Juristin und Politikwissenschaftlerin erklärte, dass für die USA zähle, ob ein Partner bereit sei, die Lasten des internationalen Krisenmanagements mit zu tragen. Deutschland habe sich bei der Libyen-Abstimmung enthalten. Im Ausland werde diese Entscheidung als ein Betriebsunfall der deutschen Diplomatie betrachtet.
Weiter sagte Stelzenmüller, die Erwartungen an Obama seien realistischer geworden. Als er vor fast drei Jahren erstmals Europa bereiste, habe man ihn als eine Art Heilsbringer gefeiert. Inzwischen habe man verstanden, dass er nicht der Präsident der Welt, sondern zuerst und vor allem das Staatsoberhaupt Amerikas sei.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)