25. Mai 2011 11:51 Uhr

Blick ins Lexikon: Der Pikaroroman

Unser heutiger Blick ins Lexikon fällt auf das Wort "Pikaroroman". Damit ist ein bestimmter Typus eines Romans gemeint, in dessen Mittelpunkt der Pikaro steht, ein gesellschaftlicher Außenseiter wider Willen. Meistens erzählt der Pikaro eine selbst erfundene Lebensgeschichte. In diversen Abenteuern muss er gegen die etablierte Klasse und gegen geellschaftliche Konventionen kämpfen, was ihm mit Bauernschläue meistens gelingt. Gelegentlich wird der Pikaroroman auch Schelmenroman genannt, denn "picaro" ist die spanische Bezeichnung für Schelm.

Ein Beispiel für den Romantypus sind Thomas Manns "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull". Mann wollte mit diesem unvollendeten Roman Goethes Autobiografie "Dichtung und Wahrheit" parodisieren. Auch "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" von Mark Twain zählen zur Gattung des Pikaro- oder Schelmenromans.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)