27. Mai 2011 08:28 Uhr
Wer in Krisenländern Geld bekommt und wer nicht, hängt auch stark mit Vorurteilen zusammen. Das haben die Hilfswerke Oxfam und Concern Worldwide in einer Studie herausgefunden. Demnach trägt man nicht viel zur Gleichberechtigung bei, wenn man Frauen in Entwicklungsländern Geld gibt. Das ist seit einigen Jahren gängige Praxis, weil Frauen angeblich besser mit Geld umgehen können. Zwar hätten die Frauen so mehr Selbstvertrauen gewonnen, die Geschlechterrollen würden dadurch aber eher noch gefestigt. In Indonesien, Kenia oder Simbabwe hat die Frau traditionell die Position der Versorgerin der Familie inne, die gekauften Lebensmittel würden aber trotzdem zu einem großen Teil den Männern zugute kommen. In der Studie "Cash Transfer und Geschlechterdynamik" kommen die Hilfswerke zu dem Schluss, dass falsch angelegte Hilfsprogramme den Weg zur Gleichberechtigung sogar behindern können.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)