27. Mai 2011 10:22 Uhr

"Multilokale" verdrängen Ortsansässige in den Alpen

Natürlich kommen viele Touristen in die Schweizer Alpen, aber noch mehr wird die Region durch Multilokale geprägt. Das sind Städter, die sich eine zweite Wohnung im Alpenraum leisten. Flexibles Arbeiten und gut ausgebaute Straßen sind die Voraussetzungen, die das möglich machen. Dadurch fließt natürlich mehr Geld in die Alpenregion, aber Forscher der ETH Zürich sehen auch Probleme: Sie befürchten eine "Alpen-Gentrifizierung". Dadurch werde immer mehr Land verbaut, Busse und Bahnen seien überlastet und die Häuser und Wohnungen würden durch die kaufkräftigen Städter immer teurer. Die ursprünglichen Dorfbewohner würden langsam verdrängt. Es sei schwierig, die Multilokalen in den Orten zu integrieren. Das trage zur Zersiedelung des schweizer Alpenraums bei. Im "Journal of Alpine Research" rufen die Forscher deshalb dazu auf, die Probleme im "Raumkonzept Schweiz" zu berücksichtigen, das gerade gesetzlich verankert werden soll.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)