27. Mai 2011 15:21 Uhr
Eine Doktorarbeit, die nur 33 Seiten hat - das könnte durchaus stutzig machen. Genau so eine Arbeit lässt die Universität Würzburg jetzt von externen Gutachtern überprüfen - zusammen mit insgesamt etwa 20 weiteren Dissertationen, die am Institut für Medizin entstanden sind. Uni-Präsident Alfred Forchel teilte mit, seine Hochschule habe erhebliche Zweifel, ob die verliehene Doktorwürde rechtmäßig sei. Deswegen habe man sich jetzt an Experten der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewandt.
Der Dekan der medizinischen Fakultät sprach von teilweise "dürftigen" Werken, bei denen es auch auf den ersten Blick Qualitätsprobleme gebe. Die 33 Seiten lange Arbeit eines Zahnarztes bestehe zum Beispiel zum größten Teil aus der Widergabe eines mittelalterlichen Textes aus einem Arzneibuch.
Hintergrund der Überprüfung ist ein anonymes Schreiben. Der Absender behauptet, am Institut für Medizingeschichte hätten sich Mediziner jahrelang gegen fünfstellige Summen Doktorarbeiten kaufen können.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)