30. Mai 2011 09:07 Uhr
Wir Menschen können nur 150 Freunde haben, mehr nicht. Das hatte schon der Anthropologe Robin Dunbar in den Neunziger Jahren ermittelt. Zu mehr als etwa 150 Freundschaften ist das Gehirn demnach nicht in der Lage, das gilt für das Steinzeit-Dorf ebenso wie für das Addressbuch im 20. Jahrhundert. Was aber ist mit sozialen Netzwerken? Bruno Goncalves von der Indiana University hat sich die Freundschaftskultur bei Twitter angesehen. Befreundet zu sein, heißt für ihn: Es muss einen Austausch geben, eine engere Verbindung. Gelegentliche Kontakte genügen nicht. Das Ergebnis: Auch bei Twitter beschränkt sich die Zahl solcher Kontakte auf 100 bis 200 - ganz im Sinne von Robin Dunbar. Fazit: Soziale Netzwerke mögen das Potenzial für unzählige Freundschaften haben. Aber auch sie können die Beschränkungen nicht überwinden, die in unserem Hirn die stabilen Beziehungen zu anderen Menschen auf ungefähr 150 begrenzen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)