31. Mai 2011 08:02 Uhr
Journalisten werden nichts aus dem Kachelmann-Prozess lernen. Das sagte der Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Hans Leyendecker, im Deutschlandfunk. Der aktuelle Prozess sei ein Beispiel für die Vorverurteilung oder den Vorfreispruch durch die Medien bei Ermittlungsverfahren.
Im Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann ist am Vormittag das Urteil verkündet worden. Das Landgericht Mannheim sprach den 52-Jährigen frei.
Leyendecker sagte, während des Prozesses sei die Berichterstattung sehr aufgeregt gewesen, obwohl niemand die Fakten kannte. Durch Diskussionen in Talkshows habe sich diese Aufgeregtheit noch verstärkt. Nach Ansicht Leyendeckers muss die Medienbranche analysieren, inwieweit die Berichterstattung über den Prozess gegen den Pressekodex verstoßen hat.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)