1. Juni 2011 07:58 Uhr
Ohne die Frauen hätten die Revolutionen in Ägypten, Tunesien oder dem Jemen gar nicht diese Durchschlagkraft. Das sagt der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze im Gespräch mit der "taz". Die Revolten seien städtisch, jung und weiblich. Laut Schulze nehmen die Frauen in den arabischen Staaten heute in erheblichem Maße am öffentlichen Leben teil - anders als noch in den Siebziger Jahren. Waren damals weniger als sechs Prozent der Frauen erwerbstätig, sind es heute laut Internationaler Arbeitsorganisation etwa 40 Prozent. Schulze sagt: "Wer arbeitet, hat andere Lebenspläne." Heirat und Kinderkriegen reiche nicht. Vom Islam fühlten sich die Frauen übrigens nicht unterdrückt, sondern vom Militär, den Parteien und der Männergesellschaft, die sie ausschließe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)