1. Juni 2011 11:28 Uhr

Türkischer Schiedsrichter verklagt Fußballverband

Seine Homosexualität hat ihm Morddrohungen und die Arbeitslosigkeit eingebracht. Der Schiedsrichter Halil Ibrahim Dincdag hat deshalb den türkischen Fußballverband verklagt. Der Verband hatte ihn vor zwei Jahren entlassen, weil er seinen Militärdienst nicht abgeleistet hatte. Das sei jedoch Voraussetzung für die Arbeit als Schiedsrichter. In einem Brief an den Verband hatte Dincdag erklärt, seine Homosexualität sei der Grund, weshalb er ausgemustert worden sei. Dieses Bekenntnis ist jedoch an die Öffentlichkeit gelangt. Der Schiedsrichter beschuldigt den Verband, die Informationen an die Medien weitergeleitet zu haben. Nun verlangt er 48.000 Euro Schadensersatz.

Menschenrechtler haben bereits mehrfach kritisiert, dass die türkische Armee Homosexualität als psychische Störung einstuft.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)