3. Juni 2011 16:51 Uhr

EHEC: Was ist Plasmapherese?

Im Zusammenhang mit der aktuellen Welle von EHEC- und HUS-Erkrankungen ist immer wieder von Plasmapherese die Rede - wir erklären, was das ist.

Bei einer Plasmapherese wird das Blutplasma des Patienten ausgetauscht - also der Teil des Blutes, der nicht die Zellen enthält. Ziel ist es in diesem Fall, das Gift der EHEC-Bakterien und die entzündungsfördernden Stoffe aus dem Blut zu entfernen.

Der Plasmaaustausch wird bei Patienten angewandt, die unter dem Hämolytisch-Urämischen Syndrom, kurz HUS, leiden, das bei der aktuellen Infektionswelle als Komplikation auftritt. Sie bekommen entweder ein Plasmaerssatzmittel oder Spenderplasma, und zwar so lange, bis die Zahl ihrer Blutplättchen nicht weiter fällt. Sie sind wichtig für die Blutgerinnung und werden - genauso wie die roten Blutkörperchen - durch die EHEC-Bakterien zerstört. Die Folge ist eine akute Blutgerinnungsstörung: Es entstehen viele kleine Blutgerinnsel, die den Weg zu Organen verstopfen können - bis hin zu deren totalem Ausfall. Ein Beispiel ist akutes Nierenversagen, das derzeit oft bei HUS-Patienten beobachtet wird.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)