6. Juni 2011 09:22 Uhr
Die Deutschen stehen dem Nationalstaat mittlerweile gelassen gegenüber. Das meint der Historiker Jürgen Kocka mit Blick auf den Historikerstreit, der vor genau 25 Jahren begann.
Damals war eine Rede des Historikers Ernst Nolte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschienen, die den Nationalsozialismus mit vorher dagewesenen menschlichen Gräueltaten erklärte. Besonders der Philosoph Jürgen Habermas wandte sich gegen dieses Geschichtsbild, er sah es als Verharmlosung des Holocaust. Insgesamt gab es 1986 und im Folgejahr mehr als 1.000 Veröffentlichungen von Historikern und Zeitungslesern dazu, wie der Nationalsozialismus ins Geschichtsbild der Bundesrepublik einzuordnen sei.
Der Historiker Kocka sagte im Deutschlandradio Kultur, seit dieser Debatte gingen die Deutschen offener mit ihrer Geschichte um. Vergleichbar mit dem Historikerstreit sei heutzutage die Debatte über Täter und Opfer in der DDR, allerdings sei sie weit weniger intensiv.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)