6. Juni 2011 12:22 Uhr
Seit gestern Abend gibt es eine neue Spur auf der Suche nach EHEC. Der Krankheitserreger könnte sich über kontaminierte Pflanzensprossen verbreitet haben. Warum wachsen die Bakterien in Sprossen besonders gut?
Kolibakterien wie EHEC leben normalerweise im Darm von Säugetieren wie dem Menschen. Daher wachsen sie bei einer Temperatur von etwa 37 Grad Celsius optimal. Laut dem niedersächsischen Agrarminister Gert Lindemann wurde auch Saatgut bei ähnlichen Temperaturen zum Aufkeimen gebracht, um daraus Sprossen für den Verzehr zu gewinnen. Das geschehe in Trommeln, in denen sich auch Wasser und Wasserdampf befänden. Feuchtigkeit, Wärme und pflanzliches Material - das sind sehr gute Bedingungen für die Kolibakterien. Ein "E. coli"-Bakterium kann sich unter optimalen Bedingungen in nur 20 Minuten teilen.
Laut dem Mikrobiologen Alexander Kekulé gelten Sprossen bereits als gefährliches Produkt. Denn - so erklärte er im ARD-Fernsehen - bei Sprossen blieben die Bakterien im Keim, und könnten auch nicht von außen abgewaschen werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)