9. Juni 2011 09:51 Uhr
Nach dem großen Hausputz darf man ruhig auch mal stolz sein - übertriebene Sauberkeit kann aber offenbar ganz im Gegenteil Depressionen begünstigen. Der Forscher Charles Raison von der Emory University in Atlanta berichtet davon im Gespräch mit der Zeitschrift "Psychologie Heute". Sein Team hat demnach mehr als 4000 Studien auf eine solche Verbindung hin untersucht. Das Ergebnis: Statistisch werden Menschen in einer sehr sauberen Umgebung häufiger depressiv.
Raison vermutet die Ursache beim Kontakt mit Mikroorganismen. In einer sozusagen dreckigen Umgebung wird unser Immunsystem im Kampf mit harmlosen Bakterien trainiert. Mit zunehmender Hygiene geht dieser Kontakt zurück - auch Allergien und Krankheiten wie Asthma werden begünstigt. Wie genau die Verbindung zur Depression aussieht, ist unklar. Laut dem Forscher ist die Hygiene in jedem Fall nur einer von zahlreichen Faktoren, die bei der Krankheit eine Rolle spielen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)