14. Juni 2011 07:23 Uhr
"Es ist ein Junge!" Vielen Chinesen bedeutet die Geburt eines Jungen noch immer mehr als die eines Mädchens, und das schlägt sich auch in den Geburtenzahlen nieder: In China kommen mehr Jungen zur Welt als Mädchen. Das Ungleichgewicht verbessert sich inzwischen zwar - aber für die Soziologin Lisa Eklund ist das noch kein Grund zum Feiern. Sie meint vielmehr, dass die chinesische Mädchenpolitik möglicherweise sogar mehr geschadet als geholfen hat.
Durch diese bekamen Familien mehr Unterstützung für ein Mädchen - und in ländlichen Gegenden gab es Ausnahmen von der Ein-Kind-Politik, wenn das erste Baby ein Mädchen war. Das Argument von Eklund: Die Hilfen der Regierung würden als Entschädigung wahrgenommen - dadurch verstärke sich die Meinung, dass Mädchen weniger wertvoll seien als Jungs.
Die Soziologin hat für ihre Doktorarbeit zu dem Thema eine Zeit lang in China gelebt und dabei für die UNO gearbeitet.
Hier der Link zum pdf der Dissertation.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)