17. Juni 2011 07:53 Uhr
"Wir können bei der Therapie nicht länger im Sessel sitzen und Notizen machen." Das fordert der Leipziger Traumatologe Ralf Vogt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Er leitet einen Kongress, bei dem 250 Experten aus aller Welt bis Montag diskutieren wollen, welche neuen Entwicklungen es gibt, um die seelische Störung zu behandeln. Ein Trauma entsteht, wenn ein Mensch etwas erlebt, das seine Psyche nicht verarbeiten kann. Vogts These: Bessere Hilfen für Betroffene seien vor allem deshalb wichtig, weil sie oft bewusst oder unbewusst Verhaltensmuster von ihren Tätern annähmen - und so möglicherweise selbst zu Tätern würden. Deshalb will er zum Beispiel frühzeitig Therapeuten in Familien mit Problemkindern schicken - auch dann, wenn die Eltern das nicht wollen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)