17. Juni 2011 10:21 Uhr
Eine Erinnerungs-Prothese fürs Gehirn: Das ist nach Ansicht US-amerikanischer Forscher mehr als Science-Fiction. Wie sie im Fachmagazin " Journal of Neural Engineering" schreiben, ist es ihnen gelungen, eine solche für Ratten zu entwickeln und erfolgreich zu testen. Mit dem System konnten sie die Langzeiterinnerung der Tiere an- und abschalten.
Der Hintergrund: Im Gehirn werden Langzeiterinnerungen im Hippocampus gespeichert. Das passiert durch die Zusammenarbeit zweier Gebiete dieser Hirnregion. Die Forscher blockierten diese Verbindung mit bestimmten Chemikalien - und die Ratten vergaßen, was sie zuvor gelernt hatten. Dann bauten die Wissenschaftler das Teilsystem des Gehirns elektronisch nach und setzten es den Tieren ein - mit Erfolg: Diese erinnerten sich wieder an die Lösung einer zuvor gelernten Aufgabe - trotz andauernder chemischer Blockade.
Die Forscher wollen ihren Erinnerungs-Chip nun an Primaten testen und hoffen, dass er sich dazu eignet, in Zukunft bei menschlichen Demenz-Patienten helfen zu können.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)